Der Euro kommt ganz langsam



(Radio Duisburg 17.03.2001)

 

Anmoderation:

Radio Duisburg - Mango am frühen Samstagnachmittag. Alle reden über Ihn, aber keiner will Ihn so richtig: den Euro. Doch ganz egal, ob wir ihn wollen oder nicht, wie kriegen ihn und das schon bald, genau gesagt Ende des Jahres. Dann ist es vorbei mit der schönen alten Deutschen Mark. In vielen Geschäften werden aber jetzt schon viele Waren in Euro ausgezeichnet. Für die Kunden beginnt ab sofort das große Rechnen.

 

O-Ton: Im ersten Moment hab ich schon mal gedacht: „Ach, guck mal, dass ist aber billig.“ Und hatte den DM-Preis gar nicht gesehen und dann auf einmal „Oh, ist ja doch nicht so billig. Ja, also, da muss man sich noch dran gewöhnen.

 

So ergeht es vielen zurzeit. Den Euro nicht ganz in der Tasche, sind viele Produkte bereits in der neuen Währung ausgezeichnet. Zwar steht neben dem D - Mark - Preis der entsprechende Eurobetrag schon länger, doch seit neustem sind die Preise gleich groß. Warum jetzt schon auf Euro umgestellt wird, weiß der Geschäftsführer der Galeria Kaufhof Frank Ebner:

 

O-Ton: Es ist so, dass der Einzelhandel in Deutschland eine Selbstverspflichtung übernommen hat, Ware oder die Preisschilder mit Euro zu kennzeichnen. Das hat man vielleicht nicht ganz so wahrgenommen wie in letzter Zeit, weil der D - Mark - Preis der größere, dominierender Preis auf der Auszeichnung und auf den Preisschildern, war und der Euro klein darunter stand.

 

Durch eine noch größere Schrift soll der Europreis Mitte des Jahres sofort ins Auge fallen. Dadurch will man aber nicht etwa den Kunden absichtlich in die Irre führen:

 

O-Ton: Wir wollen, dass die Kunden jetzt schon in Vorfeld, bevor es nächstes Jahr los geht mit dem Euro, die neuen Preise sehen eigentlich auch. Und auch mal ein Gefühl dafür kriegen, was es eigentlich heißt.

 

Es ist also nicht plötzlich alles halb so teuer! Butter und Milch kosten in der anderen Währung noch genauso viel wie früher. An die Umstellung müssen sich selbst Kassiererinnen gewöhnen. Doris Witte hat schon ihre persönliche Erfahrung gemacht:

 

O-Ton: Das passiert des Öfteren, dass man meint der Artikel kostet 20 Mark und wenn man dann guckt ist es etwas über 40 Mark und das passiert nicht nur älteren Leuten, sondern Jüngeren auch. Und ich muss ganz ehrlich sagen, mit ist das auch einmal passiert: Da stand ich an der Kasse und zückte mein Geld raus und dann hieß es, ah, die doppelte Summe.

 

So wird manches Schnäppchen zur bösen Überraschung. Schnell hat man sich verlesen und wollte den Eurobetrag zahlen. Da haben sich schon viele Kunden mit vertan, kann Verkäuferin Cornelia Deina bestätigen.

 

O - Ton: Mit dem Euro ist auch schon oft passiert, dass die Kunden eine gute Schachtel Pralinen kaufen wollten und dann den Euro mit 7,41 Mark und in Wirklichkeit kostet die 14,50 Mark. Also das passiert schon des Öfteren Mal.

 

Abmoderation:

Drei hin, vier im Sinn. Wer früher in der Schule in Mathe nicht richtig aufgepasst hat, der wird in Zukunft wohl etwas länger brauchen beim Einkaufen. Ein Beitrag von Cornelia Driesen.